Wie funktioniert eine horizontale Verpackungsmaschine (Flowpack)?

Einleitung

In vielen Produktionsumgebungen steigt der Druck, Produkte effizient, hygienisch und mit hoher Geschwindigkeit zu verpacken. Insbesondere bei Lebensmitteln, Konsumgütern oder technischen Artikeln sind gleichbleibende Verpackungsqualität und hohe Taktzahlen entscheidend. Die horizontale Verpackungsmaschine, auch Flowpack- oder Schlauchbeutelmaschine genannt, hat sich hierfür als Standard etabliert. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Verpackung bei gleichzeitig hoher Flexibilität hinsichtlich Produktformaten und Folienarten. Der folgende Artikel erläutert die Funktionsweise und zeigt, wann diese Technologie sinnvoll eingesetzt wird.

Grundprinzip der Flowpack-Technologie

Die horizontale Verpackungsmaschine basiert auf einem kontinuierlichen Verpackungsprozess. Eine flache Folienbahn wird von einer Rolle abgewickelt, über eine Formschulter zu einem Schlauch geformt und anschließend um das zu verpackende Produkt gelegt.

Parallel dazu wird das Produkt in definierter Lage in die Maschine eingebracht. Während die Folie das Produkt umschließt, erfolgt zunächst die Längsnahtsiegelung. Anschließend werden durch Quersiegelwerkzeuge einzelne Verpackungseinheiten erzeugt und voneinander getrennt.

 

Das Ergebnis ist ein sogenannter Schlauchbeutel, der das Produkt vollständig umschließt und je nach Ausführung dicht oder modifiziert atmosphärisch verpackt sein kann.


Prozessablauf einer horizontalen Verpackungsmaschine

Der Verpackungsprozess läuft in klar definierten Schritten ab:

1.      Produktzuführung
 Die Produkte werden manuell oder automatisiert über Zuführsysteme bereitgestellt. Ziel ist eine gleichmäßige und taktgenaue Übergabe an die Maschine.

2.      Vereinzelung
 Die Produkte werden vereinzelt und in konstantem Abstand positioniert, um eine saubere Verpackung zu gewährleisten.

3.      Folienabzug
 Die Verpackungsfolie wird von einer Rolle abgewickelt und kontrolliert der Maschine zugeführt.

4.      Formgebung der Folie
 Über eine Formschulter wird die flache Folie in eine schlauchförmige Geometrie gebracht.

5.      Längsnahtsiegelung
 Die überlappenden Folienränder werden entlang der Produktlängsachse verschlossen.

6.      Quersiegelung und Trennung
 Rotierende oder intermittierende Siegelwerkzeuge erzeugen die Stirnseiten der Verpackung und trennen die einzelnen Beutel.

7.      Abtransport
 Die fertigen Verpackungen werden aus der Maschine ausgeschleust und können weiteren Prozessschritten zugeführt werden.

 

 

Geeignete Produkte und Anwendungen

Horizontale Flowpack-Maschinen eignen sich insbesondere für Produkte mit stabiler Geometrie und definierter Lage:

  •  Backwaren wie Riegel, Kekse oder Brot
  • Süßwaren und Snacks
  • Non-Food-Produkte wie Kosmetikartikel oder technische Komponenten
  • Pet-Food
  • Medizinische Produkte
  • Obst- und Gemüse
  • Mehrfachverpackungen und Produktgruppen

Die Technologie ist sowohl für Einzelprodukte als auch für automatisierte Linien mit vorgelagerter Fördertechnik geeignet.


Vorteile der horizontalen Verpackung

Die horizontale Verpackungsmaschine bietet mehrere technische und wirtschaftliche Vorteile:

·         Hohe Verpackungsleistung bei kontinuierlichem Betrieb

·         Konstante Siegelqualität durch stabile Prozessführung

·         Flexible Formatverarbeitung bei unterschiedlichen Produktgrößen

·         Gute Integrierbarkeit in bestehende Produktionslinien

 

·         Breite Packstoffverfügbarkeit für unterschiedliche Anforderungen 

Wann ist eine horizontale Verpackungsmaschine die richtige Wahl?

Der Einsatz ist besonders sinnvoll, wenn folgende Rahmenbedingungen erfüllt sind:

·         Produkte sind lageorientiert zuführbar

·         Es besteht ein kontinuierlicher Produktstrom

·         Hohe Stückzahlen sind gefordert

·         Eine Integration in automatisierte Linien ist geplant

 

In Anwendungen mit losem Schüttgut oder Flüssigkeiten ist hingegen eine vertikale Verpackungslösung sinnvoller.