Die Auswahl des richtigen Verpackungsmaschinentyps ist eine zentrale Entscheidung bei der Auslegung von Verpackungsprozessen. In der Praxis stehen häufig zwei Technologien im direkten Vergleich: die horizontale Flowpack-Maschine und die vertikale Schlauchbeutelmaschine. Beide Systeme arbeiten nach dem Prinzip der Schlauchbeutelverpackung, unterscheiden sich jedoch grundlegend im Produkthandling und damit in ihren Einsatzbereichen. Die richtige Wahl hängt maßgeblich von den Produkteigenschaften und den Prozessanforderungen ab.
Grundprinzip der beiden Verpackungstechnologien:
Sowohl horizontale als auch vertikale Verpackungsmaschinen verarbeiten eine flache Folienbahn zu einem Schlauch und verschließen diesen durch Längs- und Quersiegelungen zu einzelnen Verpackungseinheiten.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Art der Produktzuführung:
- Horizontale Verpackungsmaschine: das Produkt wird liegend und geführt in die Maschine eingebracht und horizontal verpackt
- Vertikale Verpackungsmaschine: das Produkt fällt von oben in einen geformten Folienschlauch und wird vertikal verpackt
Diese unterschiedliche Zuführlogik bestimmt maßgeblich die Eignung für verschiedene Produktarten.
Horizontale Verpackungsmaschine: Einsatzbereiche und Stärken
Die horizontale Verpackungsmaschine wird eingesetzt, wenn Produkte definiert positioniert und kontrolliert durch den Verpackungsprozess geführt werden müssen.
Typische Einsatzbedingungen:
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Formstabile Produkte: Produkte behalten ihre Geometrie während des Transports
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Einzeln handhabbare Artikel oder Produktgruppen: Vereinzelung und Gruppierung sind möglich
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Geführte Produktzuführung: Produkte liegen stabil auf einem Transportband
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Schonendes Verpacken erforderlich: Kein freier Fall des Produkts
Typische Anwendungen:
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Food: Riegel, Kekse, Backwaren
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Non-Food: Schwämme, Filzstifte, technische Artikel
Der horizontale Prozess eignet sich besonders für empfindliche Produkte, da diese kontrolliert und ohne mechanische Belastung durch den Verpackungsprozess geführt werden.
Vertikale Verpackungsmaschine: Einsatzbereiche und Stärken
Die vertikale Verpackungsmaschine wird eingesetzt, wenn Produkte nicht lageorientiert zugeführt werden können, sondern frei fließen oder rieseln.
Typische Einsatzbedingungen:
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Schüttfähige Produkte: Produkte sind frei fließend und nicht formstabil
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Dosier- oder Wägetechnik erforderlich: Gravimetrische Zuführung in definierter Menge
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Verpackung durch Schwerkraft: Produkt fällt in den Folienschlauch
Typische Anwendungen:
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Food: Reis, Zucker, Nüsse
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Non-Food: Kunststoffgranulate, Pulver, Kleinteile in Schüttform
Der vertikale Ansatz ist besonders effizient bei standardisierten Schüttgütern und ermöglicht eine präzise Dosierung bei gleichzeitig kompakter Maschinenbauweise.
Zentrale Unterschiede im direkten Vergleich
Kriterium
Produkttyp
Produktzuführung
Produktschonung
Gruppierung möglich?
Typische Anwenung
Integration in Linien
Horizontale Verpackungsmaschine
formstabil
geführt, horizontal
hoch
ja
Stückgüter
sehr gut
Vertikale Verpackungsmaschine
schüttfähig / frei fließend
freier Fall von oben
eingeschränkt
nein
Schüttgüter
gut
Wann ist welcher Maschinentyp die richtige Wahl?
Die Entscheidung lässt sich in der Praxis klar ableiten:
Horizontale Verpackungsmaschine:
- bei formstabilen Produkten
- bei Bedarf an Produktgruppierung
- bei empfindlichen Artikeln
- bei komplexen Zuführ- und Linienkonzepten
Vertikale Verpackungsmaschine:
- bei rieselfähigen oder losen Produkten
- bei einfacher, gravimetrischer Dosierung
- bei standardisierten Schüttgütern
- bei kompakter Maschinenintegration
